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Offline …

… werde ich gehen.

Ich war getrieben, verfolgt von mir selbst.
Ich fühlte mich gefangen in einem Kokon aus meinen eigenen Vorgaben. Hatte mich gefesselt mit tausenden meiner, viel zu hoch, gesteckten Zielen und verriegelte mich mit einem Schloss aus Zweifel und Angst. Der Schlüssel mit Mut, Freude und Selbstachtung lag hier irgendwo rum. Es gab ihn noch, ich wußte es. Manchmal sah ich ihn, streckte mich nach ihm aus und dann kam ein Windstoß und entfernte den Schlüssel wieder von mir.
Ich hielt mich von mir selber ab. Ich konnte mir selber in den Hintern treten aber meine Tritte hatten keine Kraft um mich nachhaltig zu erreichen.

Am Wochenende habe ich ein Seminar mit anschliessendem Einzelcoaching besucht. Auf der Suche nach Antworten.
Antworten konnte er mir nicht geben, denn antworten kann ich mir nur selber. Aber er hat mir einen Weg gezeigt, mit meinen Zwängen, Kontrollen und auch Ängsten zu leben. Sie zu betrachten, sie zu akzeptieren. Meine Konditionierungen aufzulösen und mich nicht mehr triggern zu lassen. „Mein Buch“ von meinem Gesicht entfernen um endlich wieder in ihm, in mir lesen zu können. Das ist gut. Das ist alles sehr gut.
Das Wochenende war also sehr persönlich. Zu persönlich als weiter hier schreiben zu können, zu wollen.
Und deshalb … gehe ich offline.

Zeit …

… irgendwie rennt sie. Einen Marathon. Und trotzdem mit hoher Geschwindigkeit. Wie macht sie das?!
Mein Lauf ist nun schon wieder 14 Tage her. Ich habe daran teil- und bin ins Ziel gekommen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Meine Zeit war am Ende nicht mehr wichtig und ist sie auch heute noch nicht für mich, denn nach 5 Kilometern wollte ich aufgeben und habe es trotzdem bis ins Ziel geschafft. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern jemals so erschöpft gewesen zu sein.

Die letzten 800 Meter wurde ich gepusht von dem Tunnel, der ins Stadion führt, in dem Trommler trommelten und Sanitäter und Sicherheitsleute einen angefeuert haben. Ich lief und lief. Meine Gänsehaut ging einfach nicht weg und trotz meiner schlechten, ja sogar sehr schlechten Vorbereitung und meinem immer noch viel zu vielem Gewicht, wurde ich ins Stadion getragen. Auf einer Wolke aus trommeln und Hubelrufen. Leider wurde die Schwerkraft immer mächtiger und meine Beine, ja mein ganzer Körper schien sich in Blei zu verwandeln. Tausende Zuschauer auf der Tribüne und ich mit einem mal nicht nur auf der blauen Bahn sondern auch auf der Leinwand. Lauf, Speckgürtelchen, lauf. Du darfst nicht stehen bleiben. Du musst laufen! Mein Blick auf den Boden, ca. 2 Meter vor mir gerichtet, kämpfte ich gegen das Blei.

Noch 200 Meter und mit einem mal ein Schrei von der Tribüne. „Lauf. Lauf Süße lauf.“ Ich schaute nach oben und sah meinen Mann wie er rief. Meine Kinder feuerten mich an. Ja! Lauf! Und ich lief. Ich zerrte an meinen Beinen. Ich warf meine Arme immer wieder nach vorn und, ich kann es leider nicht anders beschreiben, ich schnaufte wie ein Walross. Ich wurde getragen von den Glauben und den Stolz meiner Familie. Die sich, obwohl sie sich immer wieder fragen warum ich mir das antue, ins Stadion setzen um nach fast 1 1/2 Stunden mir zujubeln als wenn ich der Sieger wäre. Die mich kurz nach dem Ziel fest in den Arm nehmen und mich küssen, obwohl ich klitschnass bin. Denn für sie bin ich die Siegerin. Und deshalb liebe ich meine Familie.

… immer weiter.
Immer weiter geh ich meinen Zielen näher. Manchmal falle ich bald über meine eigenen Füße weil es so schnell geht und alles so gut läuft und manchmal stolpere ich beinahe über mich selber weil ich fast noch am selben Fleck steh wie vor 2 Wochen.

In 5 Tagen ist mein Lauf und ich bin weiterhin nicht vorbereitet. Zu viel Ausreden lagen parat und ich war willig und bereit diese an mich zu nehmen, mir schützend vor die Brust zu halten um jeden annähernden Vorwurf abzuwehren.

Aber … Ich werde diesen Lauf machen. Ich werde daran teilnehmen und irgendwie und irgendwann in Ziel kommen.
Ab den Tag danach werde ich mich vorrangig um meinen Muskelaufbau kümmern, meine Ausdauer verbessern und mich nach und nach eine akzeptable Zeit auf 5km anstreben. Nach und nach. Ich werde, erstmal auf 3 Wochen, einen kleinen Selbsttest durchführen. 3 Wochen lang jeden Tag Sit up´s machen. In, ich denke, 15 er Blöcken. Heißt 15 Sit ups, kurze Pause und wieder 15 Sit up´s. So oft wie ich schaffe, das wird sich ja sicher steigern. Mal sehen wie schnell aber ich erwarte ja keine Wunder.

Ich habe im Moment das Gefühl, dass ich meinen inneren Druck verliere. Das fühlt sich gut an, sehr gut. Die Ursache ist mir noch nicht bekannt, ich habe das Gefühl von innen zu leuchten. Nur ein kleines bisschen. Keine riesige Flamme, kein feuriger Ball und keine 1.000 Watt Lampe. Eher ein Schlummerlicht, ein glühendes Stück Kohle am Anfang eines Feuers.

Vielleicht liegt es an den Worten eines Freundes, der mir schon vor einer Ewigkeit sagte, dass der Grund für meine, tja wie nennt man das, meine Gewichtsprobleme, meine Essstörung, mein ewiger Kampf gegen mich, mein ewiger Kampf für mich liegt.
Er wird nicht müde, mir immer wieder zu sagen, dass die Ursache in meiner Vergangenheit liegen muss. Ich muss mich auf die Suche machen. In mir, zu mir.

Letztens hat er mir eine Audiodatei geschickt. Die solle ich mir anhören, in einer ruhigen Minute. Die Datei gab es auch in Textform. Nicht komplett und darin liest man auch nicht die Emotionen die die Sprecher erfahren. Aber ich konnte erahnen was mich in der Audiodatei erwartet. Deshalb habe ich sie mir noch nicht angehört. Vielleicht ist das ein Tor zu einem Weg zu mir. Vielleicht möchte ich diesen Weg noch nicht gehen. Vielleicht habe ich Angst etwas zu finden was friedlich in mir schlummert, vielleicht habe ich Angst das, was auch immer mich erwartet, nicht klappt.
Vielleicht haben aber auch die gelesenen Worte gereicht, mein Unterbewusstsein so anzustacheln, dass es begonnen hat zu arbeiten. Vielleicht räumt es auf, bringt Licht ins Dunkle und zeigt ein Schlummerlicht. Es schürt das Feuer und bringt die Kohle zum glühen.

Was auch immer es ist, ich bleibe am Ball und … ich werde berichten.

Heute Vormittag war ich im Supermarkt. An der Kasse vor mir ein Mann, ich denke in meinem Alter. Auf dem Band ein paar Dosen Energydrink, ein paar Flaschen Bier und 3 Flachmänner mit Klarem. Ich schaue auf’s Band, dann zu ihm und in sein Gesicht. Dunkle Haare, hellblaue Augen. Blutunterlaufen. Und auf der Nase und auf den Wangen kleine rote Äderchen. Eigentlich, so auf den ersten kurzen Blick, ein attraktiver Mann, gut gekleidet. Auf einen längeren Blick sieht man ihm eine gewisse Neigung zum Alkohol an. Mit dem Blick wieder auf seinen Einkauf und einen weiteren auf die Uhr so denke ich mir das es wohl nicht das erste mal ist, dass er noch vorm Mittag seinen Einkauf tätigt.

Vielleicht geht er in den Supermarkt mit dem Gedanken sich nur eine kleine Flasche zu kaufen. Vielleicht steht er vor den Regalen, schleicht hin und her, auf und ab und sein Engelchen und sein Teufelchen im Inneren liefern sich einen verbitterten Kampf. Jetzt hier, an der Kasse, sehe ich wer von beiden gewonnen hat…

… Ich schaue auf seinen Einkauf und dann auf ihn und ich spüre Mitleid. Mitleid für einen Mann der anscheinend seine Sucht nicht im Griff hat und ich frage mich: werde ich auch manchmal mitleidig angeschaut wenn ich meine Gummibärchen und Kuchenansammlung aufs Band lege?!

4 Tage …

… Und 4 mal Sport und von 1,8km auf 3,5km durchgehalten. Die Zeit zu erwähnen erspare ich mir und euch. Die ist bei dem jetzigen Stand auch nicht wichtig. Ankommen heißt das (traurige) Ziel. Aber ich jammere nicht, bin ja selbst dran Schuld. Jeder ist seines Glückes Schmied und vielleicht bringe ich mein Eisen auch mal auf Temperaturen wo es geschmiedet werden kann.

Meine Gewichts- und Laufseiten sind nicht aktuell, aber ich kann sagen, dass ich bis jetzt 9kg abgenommen habe. Das ist gut, ich bin auf dem richtigen Weg, nur nicht aufgeben. Vielleicht laufe ich heute noch. Dann aber draußen, den mein Sportstudio macht 15 Uhr zu. Vielleicht wechsle ich das Studio im Sommer. Da läuft mein Vertrag aus. Mal sehen.

Ich bin wieder da. Eigentlich war ich gar nicht weg, aber eine Grippe, eine wirkliche Grippe und dazu ein nervender, penetranter, trockener Husten haben meinen Körper in ein leidendes und Mitleid erregendes Häufchen Elend verwandelt. Ich wollte meinen Kopf schon bei meinen Eltern reklamieren, einschicken und zur Reparatur freigeben, aber sie sagten die Garantie wäre abgelaufen.

Nun bin ich fast wieder die alte, wiege 2kg weniger und habe diese Woche Urlaub.
Seit gestern gehe ich wieder zum Sport und leide entsetzlich. Ich leide sogar 2 mal.
Erst einmal leide ich vor den riesigen Süßigkeitenberg den der Osterhase mal wieder hier abgeliefert hat. Da frage ich mich doch warum das süße Viech so große Ohren hat. Der Wolf beim Rotkäppchen hatte die doch auch um besser hören zu können.
Wie auch immer. Die Tüten und Tafeln sind da und durch die Familie hatte ich ja ein auferlegtes Sportverbot bis Dienstag. Also fingen meine in mir lebenden Personen an zu kämpfen. Bis Dienstag kein Sport. dann könnte man ja jetzt nochmal zuschlagen. Schwups da war Samstag Abend ein Tüte Gummibärchen leer. Und Schwups Sonntag Abend eine Tafel Schokolade. Das waren 2 Sachen auf die ich mich wirklich sehr gefreut hatte. Den Montag versteh ich allerdings nicht. Ich hatte nicht wirklich Appetit und schon gar nicht auf einen Nußosterhasen und auf Milkiway. Und trotzdem sind diese Dinge in meinem Schlund verschwunden. Erklärt mir das bitte mal jemand?! Ich fasse auch gern nochmal zusammen. Ich hatte keinen Appetit. Weder auf leckere Gummibärchen noch auf meinen weißen Osterhasen und trotzdem vertilge ich gute 100g Schokolade die mir nicht mal so richtig schmeckt. Und das alles nur weil ich ab Dienstag wieder zum Sport gehe?
Ich habe mir selber auch ab Dienstag kein Verbot auf Süßigkeiten gegeben. Also warum dieser Stress?!

Nun zum Leiden Nr.2. Es sind noch 32 Tage bis zu meinem Lauf und ich habe Schiss. Ich möchte absagen und doch nicht. Ich weiss, ich werde hingehen und nach meinem jetzigen Leistungsstand werde ich nach 1 1/2 Stunden erschöpft ins Ziel schleichen. Wahrscheinlich müssen wegen mir die Straßen länger gesperrt bleiben. Die nachfolgenden Sendungen verzögern sich um ca. 30 Minuten …

Ich habe wieder mein Ziel nicht erreicht und kann es in 32 Tagen auch nicht mehr erreichen. Ich kann mich nur irgendwie so vorbereiten, dass ich die 10km wenigstens schaffe und das ist schon ein Ding der Unmöglichkeit. Und weil das alles so unwahrscheinlich ist, finde ich meine Versuche soooo nutzlos. Gestern das erste mal nach guten 3 Wochen wieder aufm Laufband. Lächerliche 2,57km habe ich geschafft in noch lächerlicheren 22 Minuten. Das ist doch ein Witz. Danach nur 1/3 der Bauchübungen geschafft und das Rudergerät ließ ich links lingen in dem ich rechts vorbei ging.
Heute nun 3,05km in 26 Minuten. Die Zeit erschreckt mich schon gar nicht mehr. Eher die Tatsache, dass ich nicht in der Lage bin auch nur annähernd an die 10km zu laufen. Nach ca. 2,5km steigt man Puls über 170. Kurz vor 180 muss ich aufhören.
Dafür die Bauchübungen geschafft und 20 Minuten auf´m Rudergerät. Das macht Spaß denn ich kann sitzen und die Anstrengung merke ich immer erst später. Schöne Übung für die Ausdauer und alle wichtigen Muskelgruppen.

So. Jetzt seit ihr wieder auf meinen aktuellen Stand und falls jemand nun doch ein wenig (oder auch einen großen Sack, oder ein Schubkarre, oder eine Anhänger große oder besser noch eine LKW Ladung Motivation hat dann bitte bitte BITTE zu mir.

Ich wurde letztens nach „meinem“ Ernährungsplan gefragt. Nun. Ich mache mir ja schon seit Jahren Gedanken über mein Essverhalten. Hierzu mal ein paar Ausschnitte von meinen Gedanken vor ca. einem Jahr:

Seit Jahren kämpfe ich gegen meinen Körper. Ich bin ständig beim abnehmen. Bei jedem Bissen überlege ich davor, während und danach ob das richtig oder falsch ist. Eigentlich brauche ich nicht zu überlegen, denn nach all den Jahren weiß ich schon ganz gut bescheid. Fast jede Minute denke ich ans essen. Schon am Abend zuvor überlege ich mir was ich essen werde.

Die Sache mit dem Hunger und Appetit beschäftigt mich schon eine Ewigkeit. Grundsätzlich weiß ich den Unterschied. Nicht nur grundsätzlich. Ich weiß den Unterschied. Und ich weiß auch, dass man dem Hunger unbedingt nachgeben sollte und dem Appetit nur bedingt.

Das war vor einem Jahr. Was hat sich geändert?! Einiges, aber immer nur im Ansatz. Ich denke nicht mehr soooo oft ans essen, aber noch zu oft. Ich versuche immer noch meinem Appetit Herr zu werden. Aber, und das hat sich wirklich geändert, ich esse nur noch was mir schmeckt. Zu oft habe ich auf irgendwelche Pläne gehört und diese 1:1 in meinem Plan aufgenommen. Ich esse lieber Huhn als Rind, ich esse lieber Gurke als Paprika und lieber Brokkoli und Möhren als Bohnen und Erbsen.
Ich muss immer halbwegs den Vormittag überstehen, denn da könnte ich nicht nur essen sondern fressen. Morgens esse ich Müsli mit Naturjogurt und Früchten. Die Früchte sind entweder frisch oder tiefgefroren (also zum Essen aufgetaut sonst ist so kalt an de Zähne 😉). Übern Vormittag gibt’s Obst. Äpfel, Birnen, Mandarinen, Melone, Nektarinen, Pomelo usw. Ananas nur bedingt weil mir davon noch Tage später die Gusche wegen der Säure brennt.
Zum Mittag gibt es oft Brot oder Brötchen. Immer versucht das alles aus Vollkorn zu bekommen. Darauf Käse, Lachsschinken oder so. Dazu mal saure Gurken. Manchmal gibt es Reste von zu Hause.
Damit ist mein Tag gerettet. Bei Appetit auf’n Nachmittag mache ich mir einen schönen Kaffee. Den trinke ich immer mit Milch und weil ich den Kaffee nur süß mag, mit Stevia.
Ich habe keinen Hunger bis ca 19 Uhr. Ich kann ohne Probleme auf Abendessen verzichten, mache es aber fast nie. Abends gibt es Huhn mit Salat, Tomaten und Gurke und selbstgemachtem Honig Senf Dressing. Manchmal auch statt Huhn mit Käse oder auch mit Ei. Tomate mit Mozzarella kommt auch vor oder ein leckerer Gemüseeintopf. Oder ein Auflauf mit Brokkoli und Käse. Also Soße rühre ich Brühe mit einem Ei an. Immer versucht auf Kohlenhydrate weitgehend zu verzichten.
Wenn ich nasche, dann versuche ich das bewusster zu machen. Habe ich mich also für einen Streifen Schokolade entschieden, dann setze ich mich hin und genieße diese kleine Sünde.
Ich trinke jeden Tag mindestens 2,5 Liter Tee oder Wasser, wenn ich zum Sport gehe nochmal mindestens 0,5 Liter.
Donnerstag und Sonntag sind meine Schlemmertage. Ich habe mal gelesen, dass der Körper nach zwei drei Tagen feststellt das er weniger bekommt als er braucht. Dann fängt er an zu bunkern. Gebe ich ihm also an dem Tag wo er den „Betrug“ an sich merken würde wieder mehr, dann checkt er das gar nicht. Zum abnehmen brauche ich nun mal eine negative Energiebilanz und damit mein Körper das nicht merkt, gibts es 2 Schlemmertage die Woche.
Wenn ich also am Dienstag Appetit bekomme, so kann ich mich sehr gut auf den Donnerstag vertrösten. Dann freue ich mich immer schon drauf.

Ich weiß, dass meine Gelüste nach Süßem den Grad des Normalen überschreiten und ich weiß auch, dass ich in meinem inneren dafür aufräumen müsste. Die Ursachen, es sind bestimmt mehrere, finden.
Dazu später mehr.